IMG 0371

„Back to the 80‘s“ war für mich das diesjährige Motto des Festivals. Neben den bekannten Größen wie MONO INC. oder ASP haben sowohl OMD als auch MIDGE URE  eindeutig das Festival bestimmt und gerockt. Der Trend scheint 2018 eh Richtung „alter Helden“ zu gehen, was ja auch durch unsere belgischen Nachbarn vorangetrieben wurde. Aber der Reihe nach. Der Wettergott meinte es an diesem Festivalwochenende wieder einmal sehr gut mit uns. Die Temperaturen waren hoch IMG 0090und die kostenlose Wasserstelle auf dem Gelände wurde stark genutzt.
Da wir sonst immer mit unserem Festivalstand auf dem Gelände waren, hatte ich bisher nie etwas vom „Beachflair“ mitbekommen. Und ich muss sagen, da habe ich was verpasst.

Während die Doc‘s von Sand gebleicht werden, ein kühles Getränk die Kehle runterrinnt, erschallt von der Mainstage der eine oder andere Hit. So kann man auch ein Festival erleben.
Allerdings hält mich kein Liegestuhl, wenn gute Musik meine Beine zum Zucken bringt. Wie anfangs erwähnt, waren die Highlight sehr unterschiedlich in 2018.

Neben SOLAR FAKE rockten OMD mit Klassikern wie „Talking loud and clear“ die Bühne.
Im letzten Jahr hatte ich die Band nach langen Jahren im Palladium (Köln) gesehen. Da fehlte aber irgendwie der Schwung.
Hier unter all den Schwarzen drehte die Band voll auf und zog alle in ihren Bann. Da kann sich so manche (Kunstblut)band zwei Scheiben von abschneiden. „Wie machen die das?

IMG 0209IMG 0220

Und in dem Alter?“ Fragen, über Fragen... aber auch Oomph! Waren einfach nur genial.
Trotz der hohen Temperaturen hatte Dero sich gut „durch geschwärzt“ und kam recht verhüllt auf die Bühne.
Aber mit der Zeit siegten die Temperaturen und er stand wie gewohnt in Weste da. :-)

Die Theaterbühne zu besuchen war schon eine gewisse Herausforderung. Drinnen war die Luft oft zum Schneiden. Aber man wurde mit Bands wie GIRLS UNDER GLASS oder MIDGE URE verwöhnt. Immer wieder eine Freude, die Bands live zu erleben. MIDGE URE kennt man IMG 0299natürlich, wenn man nicht erst zur Jahrtausendwende geboren wurde.
Zwar war er damals mit seiner Band Ultravox unterwegs bzw. Hatte die Hände bei Visage mit im Spiel, aber wenn er „Fade to grey“ oder „Hymn“ spielt, ist das Gänsehaut pur. Und das bei den Temperaturen. Natürlich gab es an den Wochenende nicht viel mehr Bands, wie ihr unserem Liveposts auf Facebook entnehmen konntet. Von einigen möchte ich noch kurz berichten. Herr WITT zeigte, das nicht nur Oldstars aus dem Ausland die Bühne rocken können. Hier wurde viel mitgesungen und die Atmosphäre war sehr stimmungsvoll. NEUROTICFISH dagegen setzen auf Tempo und schnellen Rhythmen.

Das ist glaube ich eine der wenigen Bands, die extra NICHT in schwarz auftreten. Ansonsten kann ich mir diese Hemden nicht anders erklären. Genial zum Abschluss: AND ONE- the Master himself. Steve kam, sah und siegte. Ich glaube, er könnte auch nur quasseln und die Menge würde jubeln und Eintritt zahlen. Die Chemie zwischen den Vieren stimmt aber einfach. Das war ja nicht immer so.

AND ONE machen einfach Spaß. Und es gibt auch irgendwie IMG 0577keine „B-Seiten“ bei der Band.
Jeder Song wird mitgesungen, egal ob uralt oder „recht neu“. Manchmal textsicherer als von Steve selbst ;-P. Aber das nimmt ihm keiner übel. Überall nur tanzende Menschen vereint als „Black Generation“.

Und auch wenn der Song schon alt ist: „Steine, sind Steine“- vergesst das nicht, wenn eure Filterblase in den Social Medias wieder nur einseitig berichtet und wenn Gesocks wieder die düsteren deutschen Zeiten aufleben lassen will. „Schwarz ist die Summe aller Farben“ und so sollten wir auch miteinander umgehen. Wenn solch ein großes Festival mit vielen unterschiedlichen Geschmäckern so friedlich verlaufen kann, sollten wir das auch auf den Rest der Gesellschaft spiegeln können. Man, was für getragene Worte, inspiriert durch einen Synth-Pop-Song...

Amphi Festival 2018: du warst wieder einmal das Highlight des Sommers. Ich hoffe 2019 wird nicht ganz so warm, obwohl ins Schwitzen wollen wir ja schon kommen.

Viele Fotos findet ihr in der Galerie und bei Facebook