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In Kürze startet die Tour zum neuen Album von Stahlmann.
Mart nahm sich etwas Zeit, um über die letzten Jahre und die nahe Zukunft zu reden...

DSF: Hallo Stahlmann und herzlichen Glückwunsch zur Wahl der Band des Monats März 2019 bei Die-Schwarze-Familie.Net!

Mart: Lieben Dank, wir freuen uns natürlich sehr darüber!

2DSF: Kannst du euch kurz vorstellen und sagen, wer für was in der Band zuständig ist?

Mart: Im Großen und Ganzen haben wir keine große Rollenverteilung hier in der Band.
Das Songwriting liegt zu 90 % bei mir, also Mart.... Wenn die Ideen dann stehen, setzen wir uns zusammen und jeder gibt sein Feedback dazu... Dann überarbeiten wir das Ganze nochmal.
So läuft das meist durch die Bank weg! Instrumental sieht es so aus: Tacki an den Drums, Mario an der Gitarre, Mart die Vocals, Eugene am Bass... Wobei Eugene bei der letzten Platte auch Gitarren eingespielt hat.

DSF: Was sich hinter eurem Namen verbirgt, ist angesichts der vielen Farbe eigentlich offensichtlich. Oder gibt es eine tiefere Bedeutung?

Mart: Der ursprüngliche Gedanke war, eine Mischung aus der Blue Man Group und den grauen Männern von Momo zu schaffen. Wir wollten damals ein Gesamtkonzept, das die Musik unterstreicht. Und dann war der Name auch schon geboren.

DSF: Euch gibt es seit 11 Jahren. Was hat sich geändert in der Zeit bei Stahlmann? Ich meine etwas mehr Härte in den Songs zu hören?

1Mart: Wir gehen mit Stahlmann ins elfte Jahr und feiern unser zehnjähriges Bühnenjubiläum... Natürlich ist man in dieser Zeit vielleicht ein bisschen gewachsen, das spiegelt sich auch in den Songs. Aber im Grunde hat sich nicht viel geändert; Klar, die ganze Sache hat natürlich inzwischen eine andere Größenordnung bekommen, aber letzten Endes ist alles wie immer: Wir schreiben Songs, die uns gefallen, es macht sich keiner groß einen Kopf über Veränderungen oder wie das Ganze vielleicht da draußen ankommt. Wir machen einfach die Musik, auf die wir stehen!

DSF: Eure letzte CD "Bastard" ist von 2017. Nun erscheint Ende März "Kinder der Sehnsucht"?
Krasser Themenwechsel. Was erwartet uns?

Mart: Wir haben viel experimentiert und wollten mit dem Album mal ein wenig aus der Art schlagen. Wir haben viele Stile verknüpft, textlich ist es deutlich sozialkritischer geworden. Ich denke, "Kinder der Sehnsucht" zeigt eine neue Seite der Band und ist ein Album, auf das wir wirklich stolz sind!

DSF: Kurz vor dem Release startet auch eure Tour. Was können wir denn da erwarten?

3Mart: Wir werden die besten Songs der letzten 10 Jahre mit denen des neuen Albums mischen. Es ist ein wirklich sehr rundes Programm geworden, das einfach riesen Spaß macht! Wir können gar nicht erwarten, dass es endlich los geht und zählen alle schon die Tage :-)

DSF: Wie entstehen eigentlich eure Songs? Gibt es da zuerst ein Thema oder die Musik?

Mart: Das ist ganz unterschiedlich. Oft singe oder spreche ich Textfragmente und Ideen oder Eindrücke einfach auf mein Handy und fange dann zuhause im Studio an, das Ganze mit der Musik auszumalen. Manchmal hab ich aber auch ein Riff, einen Beat oder eine Melodie, die mich zu einem Text inspirieren.

DSF: Bei DSF geht es ja vor allem um unsere Eltern-Community. Deshalb nun ein paar familäre Fragen.
Habt ihr eigene Kinder oder Nichten und Neffen?

Mart: Tacki und Eugene sind großartige Väter und auch Mario und ich haben natürlich viele Kids in unserem Umfeld. Die kleine Krischan vom Cover z.B. ist die Tochter einer guten Freundin von mir. Als sie mit ihrem Plastikmesser in ihrem Kostüm vor mir stand, wusste ich sofort, wir nehmen sie fürs Cover.

DSF: Kennen die (eure Familie) eure Musik? Haben sie euch schon einmal live erlebt?

Mart: Ja natürlich, ohne die volle Unterstützung unserer Familien würde das hier gar nicht funktionieren. Wir haben sie gerne so oft wie möglich dabei, und immer wenn es irgend möglich ist, sind sie das auch!

4DSF: Was sind eurer Meinung nach die drei wichtigsten Werte die man derzeit Kindern weitergeben sollte?

Mart: Die Werte, die man jedem Menschen mitgeben sollte? Wenn ich es auf drei Dinge reduzieren soll, an die ich glaube: Wahrheit, Respekt, Loyalität.

DSF: Wie seht ihr die Entwicklung in unserer Szene? Sind wir "gut" für unsere Kinder oder haben wir zu viele nicht normgerechte Gedanken?

Mart: Ich glaube, man sollte Kinder dazu erziehen, nachzudenken und zu hinterfragen, um so zu erkennen, wo Normen wichtig sind, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren oder wo sie vielleicht unnötig oder gar fehl am Platz sind und überdacht werden müssen; Normen zu kennen aber nicht überzubewerten. Normen zu brechen, wo es nötig ist.
Das hinzubekommen ist schwer, egal ob man sich in dieser Szene bewegt oder nicht.

DSF: Und zu guter Letzt: Möchtest ihr ein paar direkte Worte an unsere Leser richten?

Mart: Ja! Vielen Dank an euch alle da draußen, die uns die letzten 10 Jahre so sehr unterstützt haben!!
Glück auf und alles Gute euch und euren Familien!!!

DSF: Vielen Dank für das Interview!

Mart: LG und Glück auf!!!
Martin Soer
Stahlmann / Sündenklang / SDK 777

Einen Bericht mit Fotos gibt es Anfang April, wenn das Konzert in Frankfurt war.

Fotos: Franz Schepers