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Das Szenemagazin für
Die Schwarze Familie.

Ob Gothic, EBM, Metal, Rockabilly, Punk oder Folk.
Die schwarze Szene ist mehr als die Summe ihrer Richtungen.
Auch mit Kind sind wir weiter schwarz...

WIR sind die Famile der Szene!

Faelend Wasserturm Oktober 2016 100

Während draussen noch die dunkle Jahreszeit und mit viel düsteren Tagen "beglückt", kann man sich drinnen mittels positiver Musik schon mal den Sommer mit seinen vielen Mittelaltermärkten herbeiträumen. FAELEND helfen dabei ungemein. Die Band wurde mir von einem unserer Community-Papas und Radiomoderator wärmestens empfohlen.
Lest selbst, was FALEND zu erzählen haben...

DSF: Hallo Faelend und herzlichen Glückwunsch zur Wahl der Band des Monats Februar 2017 bei Die-Schwarze-Familie.net!

Anóriel: Mae g’ovannen, schön, dass unsere Wege sich treffen, liebe Schwarze Familie! Vielen Dank für diese tolle Auszeichnung, wir freuen uns sehr darüber und sind sehr stolz darauf.   

DSF: Könnt ihr euch kurz vorstellen und sagen, wer für was in der Band zuständig ist?

Anóriel: Faelend, das sind die drei Gründungsmitglieder Frank (alias Ádalon. Synthies, Maschine, Vocals), Mo (alias Anóriel. Leadvocals, Koto-Harfe, Keyboards) und Ben (Pipa-Laute, Guitars), die Live-Musiker Conny (Violins), Jürgen (Keyboards, Vocals), Schnuff (Bass) und Gerd (Drums) sowie unser Elbenchor, die Eruhini, der uns bei großen Auftritten stimmgewaltig unterstützt.
 
DSF: Habt ihr ein Ritual vor euren Auftritten?

Anóriel: Wir haben irgendwann einmal angefangen, vor jedem Auftritt, wenn das Publikum noch nicht im Saal ist, alle zusammen zu einem irischen Tune herumzutanzen. Die Conny beginnt Geige zu spielen, alle anderen Instrumentalisten stimmen mit ein und dann hüpfen wir alle los. Sobald die Türen sich öffnen und das Publikum hereinkommt, stehen wir wieder ganz still und sind die mysteriösen Dark Elves von Faelend (die sich aber innerlich noch kringelig lachen).

Faelend Wald 02DSF: Habt ihr auf eurer aktuellen CD einen Bezug zu realen Freunden?

Anóriel: Wir stehen mit unseren besten Freunden auf der Bühne, die Bezüge und Verknüpfungen zwischen den Bandmitgliedern untereinander und den Songs sind also sehr real.

DSF: Wovon handeln Faelend-Songs? Wie entstehen sie?

Anóriel: Alle Faelend-Songs auf dem neuen Album ‚Ninielle’ handeln von echten Emotionen, von Liebe, Lust und Leid. Die Songtexte sind inspiriert von der Welt J.R.R. Tolkiens und den tragischen (Liebes-)geschichten, die wir dort, vor allem im Silmarillion,  entdeckt haben und, das ist ganz wichtig, die uns zum Teil an unsere eigene Biographie erinnern. Jeder von uns hat private Erfahrungen in die Kompositionen mit hereingebracht, deshalb steckt ganz viel echtes Gefühl in den Liedern. Die Kompositionen stammen hauptsächlich aus der Feder von Mo, Ben und Frank. Meist hat einer der dreien eine Idee und setzt diese schon einmal in einen musikalischen Entwurf um, den wir dann den anderen Musikern vorstellen, die ihrerseits ihre Kreativität mit hineinbringen. Mo träumt ihre Songs häufig, singt sie dann in das Sprachmemo-App ihres Handies, setzt sich nach dem Aufstehen ans Klavier und spielt die Lieder probeweise ein, Ben komponiert mit der Gitarre, entwirft Riffs und Grooves und lässt Mo dazu Melodien singen, Frank komponiert häufig ausgehend von Basslinien und Grooves und singt Melodien dazu. Es kommt auch vor, dass alle drei sich über ein tolles Thema für einen Song unterhalten und diesen dann spontan inklusive Text komponieren.
 
DSF: Wie lernt ihr Elbisch?

Anóriel: Wir haben uns intensiv mit den umfangreichen elbischen Wörter- und Grammatikbüchern von Dr. Helmut W. Pesch beschäftigt und daraus viel gelernt. Aus der Arbeit mit diesen Büchern heraus entstehen die elbischen Songtexte, allen voran ist hier das „Große Elbisch Buch“ zu empfehlen, das sowohl die Wörter der verschiedenen Elbensprachen (Sindarin und Quenya), als auch den Satzbau und die schönen Elbenschriften beinhaltet. Wir haben uns für die Sprache ‚Sindarin’ entscheiden, weil die Aussprache so schön mystisch klingt. Es ist die Sprache der Grauelben, die jeder in Mittelerde versteht, also sozusagen „Straßenelbisch“.  Außerdem haben wir seit kurzem das Glück, dass Helmut Pesch selbst schon einmal über unsere Texte schaut und sie Korrektur liest. Auf dem Album findet ihr mit „Gúren bêd enni (My Heart Tells Me)“ sogar einen Songtext von Helmut Pesch, zu dem wir die Musik geschrieben haben.  
 
Faelend Wasserturm Oktober 2016 083DSF: Was ist Euer größter Traum; welcher Wunsch soll in Zukunft für Euch in Erfüllung gehen?

Àdalon: Unser größter Traum ist es, einen oder mehrere Songs zu einer möglichen Verfilmung von Tolkiens "Silmarillion" zum Soundtrack beizusteuern. Auch könnten wir uns sehr gut vorstellen, unter Peter Jacksons Regie Komparsenrollen in dem Film zu übernehmen. Wir würden uns sehr wohl in Neuseeland fühlen, denn Dark Elves werden dort sehr höflich behandelt. (Lächelt)

DSF: Bei DSF geht es ja vor allem um unsere Eltern-Community. Deshalb nun ein paar familiäre Fragen. Habt ihr eigene Kinder oder Nichten und Neffen?

Anóriel: Faelend ist eine große Familie, sowohl musikalisch als auch privat. Wir haben sogar Kinder und Jugendliche innerhalb der Band, bzw. in unserem Chor: Hannah, 10 Jahre und Jason, 13 Jahre alt. Bei den großen Bandproben oder Events sind meist alle sechs Kinder der Bandangehörigen mit dabei, die sind zwischen 8 und 14 Jahre alt und finden es super, sich für die Gigs auf den Fantasy- oder Mittelalterfestivals zu gewanden.   

DSF: Kennen die eure Musik? Haben die euch mal live erlebt?
 
Anóriel: Natürlich sind unsere Familienangehörigen, inklusive der kleineren und größeren Kinder und die Eltern und Partner der Bandmitglieder so oft wie möglich bei den Gigs dabei, unterstützen uns tatkräftig bei der Orga vor Ort, genießen die Atmosphäre hinter und vor der Bühne und singen alle Songs mit, auch die elbischen Gesangspassagen. Ádalons und meine Mutter hat sich ein tolles Mittelalteroutfit nähen lassen und ist immer singend und tanzend mit dabei. Lasse, 8 Jahre alt, Sohn unserer Flötistin, bewundert die Live-Fähigkeiten unserer Geigerin Conny sehr und hat darum selbst angefangen, Geige zu lernen. Für den musikalischen Nachwuchs ist also gesorgt.

DSF: Was sind eurer Meinung nach die drei wichtigsten Werte, die man derzeit Kindern weitergeben sollte?

Anóriel: Da wir drei Gründungsmitglieder und auch andere Bandmitglieder nicht nur als Musiker sondern vor allem als Musiklehrer an Musikschulen und Grundschulen viel mit Kindern zu tun haben, können wir diese Fragen ‚spielend’ beantworten. 1. Zeige Respekt vor allen Menschen, Tieren und der Natur und genieße Dein Leben.
2. Setze Deine Energien in Musik und Kunst um. Das macht klug - und glücklich. 
3. Denke immer daran: Der Fleiß, die Freude an Deiner Arbeit, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und eine gute Portion Glück führen im Leben zum Erfolg. Nicht Dieter Bohlen.     

DSF: Wie vereinbart ihr euren Mittelalterstyle mit der arg technisierten Welt? Abgesehen von Medizin und Komfort, hatten es die Kinder "früher" besser?

Faelend Wasserturm Oktober 2016 086Àdalon: Wir sehen uns selber tatsächlich nicht als reine Mittelalterband, unsere Musik kann man eher in der Poprichtung ansiedeln - man könnte sagen, wir machen Fantasy-Pop mit mittelalterlichen Einflüssen. Unsere Mischung aus jahrhundertealten, traditionellen, asiatischen und modernen Instrumenten kann man auch als einen Kommentar zu unserer schnelllebigen Zeit verstehen und dass man sich durchaus auch in Phantasiewelten á la Herr der Ringe flüchten kann (die sich durchaus am europäischen Mittelalter orientieren), um dem Alltag zu entkommen, innezuhalten und durchzuatmen. Technologie und Fantasy lassen sich gut miteinander verbinden, da wir uns als moderne Elben der Gegenwart betrachten. Im Mittelalter mussten Kinder häufig schon sehr früh arbeiten und wurden demzufolge schnell zum Erwachsenwerden gezwungen. Sie waren erdverbunden und konnten die Natur für ihre Zwecke nutzen. Unsere heutige Jugend ist meiner Meinung nach sehr stark ‚technisiert’; viele Kinder (besonders in Großstädten) haben kaum Kontakt zur Natur, alle wachsen mit Handy, Tablets und Computern auf, ohne die Hintergründe zu verstehen. Durch die vielen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, ist unsere Zeit komplizierter, schnelllebiger. Das Leben im Mittelalter war härter, aber auch simpler und daraus resultierend "einfacher". Dennoch leben wir gerne in der Gegenwart und machen die Welt mit unserer Musik etwas bunter. Anóriel: Damals hatten die Kinder bestimmt mehr Zeit, um auch mal ausgelassen draußen zu spielen. Wenn sie nicht gerade bei den Erwachsenen mitarbeiten mussten.

DSF: Und zu guter Letzt: Möchtet ihr ein paar direkte Worte an unsere Leser richten?

Àdalon: Le hannon, mellyn nín („Dankeschön, liebe Freunde“) für das Interesse an Faelend. Wir würden uns freuen, euch bei unseren Konzerten (u.a. beim Tolkien Tag am 10. und 11.06. in Geldern) begrüßen zu dürfen. Informationen über weitere Livetermine, News, Links zum Album und vieles mehr findet ihr auf unserer Website. Savo lass a lalaith! ("Habt Freude und lacht!")

 

Foto Copyright: Frank Schmidt