massiv 641Mit ihrer neuen CD "Port der guten Hoffnung" stürmt die Band die Häfen der Szene.
Zwischendrin nahmen sich die "Nordlichter" etwas Zeit für ein paar Fragen...

DSF: Moin "Massiv in Mensch" und herzlichen Glückwunsch zur Wahl der Band des Monats September 2017 bei Die-Schwarze-Familie.Net!

Daniel: Moin liebes Team von "Die-Schwarze-Familie.net" - wir sind über die Wahl zur "Band des Monats" sehr glücklich!

DSF: Könnt ihr euch kurz vorstellen und sagen, wer für was in der Band zuständig ist?

Daniel: Gerne. Da gibt es den Tommy Appelhoff, der für Produktion, Mastering und Gesang zuständig ist.
Marwin Voß spielt Bass- und Jonathan Millat E-Gitarre auf der Bühne. Muck Kemmereit ist unser Drummer, zudem beteiligt er sich am Songwriting.
Thomas Rauchenecker kümmert sich um die Tasten und um die Bühnendeko und ich bin der Daniel Logemann, Gründungsmitglied - von Anfang an dabei. Ich schreibe die Songs und die Texte, auf der Bühne bin ich der Frontmann, singe und spiele ab und an Keyboard.

massiv 643DSF:  Es gibt euch ja schon einige Jahre, aber könnt ihr für unsere Jung-Goth nochmal erklären was sich hinter eurem Bandnamen verbirgt? Und warum ist "Türkis das neue Schwarz"? o.O

Daniel: Ja eigentlich schon seit 1993. Wir haben aber zunächst sechs Jahre im stillen Kämmerlein vor uns hingewerkelt. Erst 1999 wurde es dann konkreter
und wir hatten den ersten Auftritt. Die Ur-Idee war, einen Kontrast im Bandnamen herzustellen. Der Mensch (bzw. das Thema Dekadenz) stand im Mittelpunkt unserer Songs,
oft als "schwaches Glied" in der Kette dargestellt. "Massiv" sollte sozusagen begrifflich dagegenstehen. Letztlich fanden wir aber den "Namensklang"
sehr schön und so entschieden wir uns für "Massiv in Mensch".
"Türkis ist das neue Schwarz" ist ein neuer -- iroisch geprägter - Song und bezieht sich vor allen Dingen auf unsere "corporate identity" - wir koppeln die Farben Schwarz und Türkis optisch miteinander.
Türkis ist die Kälteste aller Farben, es passt also auch inhaltlich gut zur schwarzen Szene ;-)

DSF: Eurer neues Album "Am Port der guten Hoffnung" erscheint Anfang September. Bei "Port" und euren norddeutschen Wurzel denkt man direkt an Seemannslieder... Was erwartet uns da? Könnt ihr mal ein bisschen spoilern?

Daniel: Die Herleitung ist schon ganz gut. Immer wieder gab es auf unseren Alben Bezüge zur Heimat, bzw. zu unserer Heimatstadt Varel. Wir sind zum Großteil
waschechte Friesen, das lässt sich nicht verbergen. Nach einigen Umbesetzungen und einer konzeptionellen Neuausrichtung in den Jahren 2013/2014 war uns klar,
dass wir mal ein ganzes Album diesem Themengebiet widmen wollen. "Seemannslieder" gibt es jedoch nicht, sehr wohl aber maritime Themen, z.B. besingen wir den
"Jade-Weser-Port", ein Containterterminal in Wilhelmshaven oder das "Costa Concordia"-Unglück. Man darf jedoch nicht von einem Konzeptalbum sprechen.
Immer wieder brechen wir das Leitmotiv auch auf. Das ist schließlich ein Markenzeichen von MiM.

DSF:  Ihr hattet ja wieder ein paar sehr bekannte Gastmusiker dabei. Honey von Welle:Erdball, Sara Peel und nicht zuletzt Reiner Schöne - die deutsche Stimme  von Darth Vader. Wie kam es denn dazu?

Daniel: Mit Reiner Schöne arbeiten wir schon seit 2010 zusammen. Er sprach nun schon das dritte Intro für uns. Es ist uns immer noch eine große Ehre, dass
er die Alben mit seiner imposanten Stimme eröffnet. Ich habe ihn um 2008 herum in Berlin mal kennengelernt, seitdem standen wir lose in Kontakt.
Sara Peel hat 2014 einige Konzerte mit uns gespielt, danach haben wir u.a. beim Hannes neue Songs produziert und eingesungen.
Es herrschen auch abseits der Musik persönliche und freundschaftliche Verbindungen.    

massiv 645DSF: Die Songs sind sehr vielschichtig. Da gibt es eine Ballade wie "Sturm" und schnelles Elektro wie "Rotto Nave". Wie entsteht eigentlich ein typischer MiM- Song?
Wie entscheidet ihr, was singst du, was (hier z.B.) Sara? Oder seid ihr gar keine Demokratie und einer sagt, wo es lang geht ;-)?

Daniel: Zunächst erst einmal ist es von meiner Gefühlslage abhängig, ob ich eine Ballade oder eine schnelle Elektronummer komponiere. Ich habe kein "Schema F",
nach dem ich vorgehe. Es wäre mir auch zu öde, ein reines EBM- oder Futurepop-Album zu produzieren. Ich benötige eine Inspiration, das kann u.U. eine
Situation aus dem Alltag oder eine spannende Dokumentation im Fernsehen sein. Während des Komponierens kommt mir dann meist auch schon die Idee, inwiefern
weiblicher oder männlicher Gesang passt. Hin und wieder produzieren wir ja auch instrumentale Songs. Wir haben mehrere Gruppen in den sozialen Netzwerken,
wo wir uns austauschen und jeder kann bei uns auch seine Meinung sagen. Insofern ja, es gibt demokratische Strukturen - gleichwohl gebe ich jedoch die
Grundrichtung vor.

DSF:  Bei DSF geht es ja vor allem um unsere Eltern-Community. Deshalb nun ein paar familiäre Fragen.
Habt ihr eigene Kinder oder Nichten und Neffen?

Daniel: Ich habe zwei Neffen.
Tommy: Ich habe zwei Kinder: 3,5 Jahre und 1,5 Jahre.
Rauche: Ich habe ebenfalls zwei Kinder. Der Große ist sieben und die Maus 6.

DSF:  Kennen die eure Musik? Wie stehen sie dazu?

Daniel: Bedingt, sie wissen aber was ich mache und finden das auch gut. Muss immer wieder erzählen, was ich so mit der Band erlebe.
Tommy: Sie kennen unsere Musik. Der Große freut sich immer wenn er Papa singen hört. Er nennt unsere Musik "Papa Musik".
Die Kleine freut sich generell über Musik. Ob nun Massiv in Mensch oder Metallica, beide hören alles.
Rauche: Selbstverständlich kennen die unsere Musik. Die beiden sind auch sehr neugierig, wenn wir gerade einen neuen Song fertiggestellt haben.
Sie waren bisher auch immer begeistert und singen auch oft mit.
Wir versuchen, den Kindern musikalisch auch eine möglichst hohe Bandbreite zu bieten.
So wird von Klassik über Pop bis hin zu Metall und Electro alles gehört. Masssiv in Mensch nimmt bei ihnen allerdings einen sehr hohen Stellenwert ein.

DSF:  Was sind eurer Meinung nach die drei wichtigsten Werte die man derzeit Kindern weitergeben sollte?

Tommy: Das ist ziemlich schwierig es auf drei zu beschränken.
Der heutigen Jugend fehlt es oft an Respekt anderen gegenüber. Das finde ich schlimm und traurig.
Respekt, Toleranz, Familie, Freundschaft, Treue, Vertrauen, Entfaltungsfreiheit, Ehrgeiz,....  
Es gibt viele Werte die ich meinen Kindern mit auf den Weg geben möchte.
Rauche: Wenn ich es auf drei Werte einschränken soll, dann wären das Ehrlichkeit, eine gesunde Selbsteinschätzung und Emphatie mit den daraus resultierenden von Tommy schon genannten Werten.

massiv 644DSF:  Im Norden ist man, meiner Erfahrung nach, etwas entspannter als hier im Ruhrgebiet. Hast das Auswirkungen auf eure Kids? Also nicht nur die "gute Luft", sondern auch die Mentalität der Norddeutschen...

Tommy: Das hat auf jeden Fall Auswirkungen auf die Kids. Die Mentalität der Eltern genau wie das Umfeld, prägen die Kinder.
Eine lässig, lockere, entspannte, lustige, offene Art ist doch genau das, was wir in der heutigen Zeit brauchen.
Rauche: Das würde ich nicht nur auf den Unterschied zwischen dem kühlen Norden und dem Ruhrgebiet beschränken. Meine Kinder wachsen ja eher ländlich und damit entsprechend ruhig und vielleicht auch entspannter.
Meine Kids sind  zwar recht ausgeglichen, aber da spielen viele Faktoren wie Erziehung, Freizeitgestaltung, Reisen oder Freunde mit rein.

DSF: Und zu guter letzt: Möchtest ihr ein paar direkte Worte an unsere Leser richten?

Rauche: Habt Spaß, entscheidet eigenständig, was euch gefällt und besucht unsere Konzerte!

DSF: Vielen Dank für das Interview!

In Kürze könnt ihr Massiv in Mensch live auf dem NCN erleben. Sowohl auf der Bühne als dann auch ganz hautnah bei uns am Stand!