
Amphitheater Gelsenkirchen 20.06. - 22.06.2014
Mit dem Blackfield Festival in Gelsenkirchen beginnt für mich immer die Festivalsaison :)
Auch in diesem Jahr waren viele namhafte Bands ins Ruhrgebiet gekommen. An zweieinhalb Tagen konnte die schwarze Familie wieder einen „bunten" Mix von Mittelalter bis Gothrock erleben.
Der „kurze" Freitag wartete mit fünf Bands auf. Den Auftakt zum Festival machten AUSTERITY COMPLEX gefolgt von der MA-Combo FEUERSCHWANZ, die bekannt sind für ihre derben Späße auf der Bühne.


Und wie nicht anders erwartet, holten sie auch einen Besucher auf die Bühne, der einiges mitmachen durfte :-p.
Als nächstes kam GOTHMINISTER auf der Bühne. Eine super Gothrock Band aus Norwegen, die mit Monstern und harten Gitarrenriffs die Bühne heftigst rockte. Neben "Liar" und "Do you believe in Monsters?" wurden auch Songs der neuen CD gespielt. Obwohl noch früh am Abend mein Highlight des Freitags! Björn Brem, Sänger der Band, sorgt immer dafür, dass wir im Graben gute Fotos machen können :)
NAMNAMBULU fand ich persönlich nicht so prickeln. Der kurzfristige Ersatz für Frozen Plasma tönte zwar ganz nett daher, hatte als Bühenshow aber nichts zu bieten. Im Verlauf ihres Sets spielte die Band dann sogar noch einen Song von Frozen Plasma… irgendwie schräg… o.O. Da steh ich eher auf das Original.
SALTATIO MORTIS heizten dann schon eher wieder ein. Hier waren sie mit ihrer Rock Show am Start. Der Band merkt man an, dass sie Spaß auf der Bühne haben. Nicht nur Sänger Alea kennt alle Texte. Sogar die Sackpfeifenspieler singen mit (ohne Micro, wer weiß wie gut ;)). Da auch die Fans vor der Bühne sehr textsicher sind, ist ein SaMo-Auftritt immer recht kraftvoll.

Headliner des Freitag waren dann SCHANDMAUL aus Süddeutschland.
Ihre Mischung aus Folk, Rock und irgendwie auch eine gute Portion Schlager brachte mächtig Stimmung :). Viele Songs der Band, die mittlerweile seit über 15 Jahren zusammen ist, sind schon Mitsinghymnen und wenn "Teufelsweib" oder "Walpurgisnacht" angespielt werden, dann ist kein Halten mehr beim Publikum. Jeder singt mit so gut wie er kann. Und bei angenehmen Temperaturen und guter Musik ging der erste Festivaltag zuende.
Samstag war dann sehr elektrisch/rockig angelegt. TERROLOKAUST aus Spanien starten mit einem spannenden guten Auftritt gefolgt von ORANGE SEKTOR, SLAVE REPUBLIC und TORUL.
Mit THE OTHER hatte das Blackfield dann wieder eine sehr spezielle Band auf der Bühne.
Die Horror-Punk-Mixtur ist immer wieder cool anzusehen und -zuhören. Da rockt die Menge und die Party geht ab :). Hier kommen Altfans und Junggothics gleichermassen auf ihre Kosten.DIORAMA brauchten danach nur noch den Bogen hochzuhalten, was bei ihrem Repertoire kein Problem war. Zwar gehört die Band zu einer ganz anderen Musikrichtung, aber die Party ging weiter...
Schon lange kein Geheimtipp waren THE BEAUTY OF GEMINA aus der Schweiz. Auf dem Blackfield war dies ihr erster Auftritt, aber dem treuen Festivalgänger ist die Band in den letzten Jahren schon öfters, wohlwollend aufgefallen: guter, solider Gothrock mit der klaren, tiefen Stimme von Sänger Michael Seles. Ein perfektes Konzept mit super Songs :). Tipp des Tages aus meiner Sicht!
DIARY OF DREAMS trugen dann die Gothrockfackel weiter und lieferten ein gewohnt gutes Programm ab. Sänger Adrian Hates ist schon alter Blackfield-Hase und weiß ganz genau, wie er seine Fans rockt. Auch 2014 machte da keinen Unterschied. Die Gitarren woben einen Klangteppich in den Adrians Stimme eintauchte und tief das Gothicherz bewegte.


Ein krasser Wechsel des Genres stand dann den Besuchern bevor. Zuerst kamen FRONT LINE ASSEMBLY auf die Bühne. Zwar kamen hier auch Drums zum Einsatz aber dennoch ist die Vorherrschaft des Synthie Sounds unverkennbar. Die Drumperformance war allerdings schon ein Hingucker :D. Eine richtig gute Stimmung machte der Co-Headliner.
Die wurde dann durch den Headliner VNV NATION noch verstärkt. Reiner Elektrosound gemischt mit einer guten Drum Maschine tönte über das ganze Festivalgelände und sorgte sogar auf den vorbeifahrenden Tanzschiffen für kurzfristig gute Musik ;).
Ronan ist echt der Burner. Hier scheint das Prinzip von Geben und Nehmen gut zu funktionieren. Die Fans geben alles und Ronan saugt die Energie auf, die er dann durch seine Show an die Fans zurückgibt. Egal welchen Song er spielt, es ist ein Epos und wird mitgesungen. Die Menge wogt hin und her und es gibt kein Halten mehr. VNV NATION hat definitiv immer einen Heimvorteil auf dem Blackfield.
Der letzte Festivaltag wurde von ROYCE eingeläutet, de
nen FORMALIN und LEGEND folgte. TYSKE LUDDER sorgten dann zur Mittagszeit für harten EBM-Sound auf der Bühne: Auch schon eine betagte Band, die aber immer wieder die Bühne rockt.
im Anschluss betraten HELDMASCHINE die Bühne. Die Band hat durch den Wechsel von Rammsteincovers hin zu eigenen Songs einige Stufen erklommen und sorgt nun für gute Stimmung.
HAUJOBB muss man nicht erklären. Diese Band ist einfach unverwechselbar und nicht aus der Szene wegzudenken. Auch hier auf dem Blackfield hat die Band ein perfektes Set gespielt, welches keine Wünsche offen ließ. Man denke nur an "Dead Market" :D.
Heucheln um die Gunst der Fans musste auch MEGAHERZ keineswegs. Sänger Lex kam bei sonnigen Temperaturen vollgeschminkt auf die Bühne. Heftiger Rock mit guter Bühnenshow, der die Fans vor der Bühne mitriss. Daumen hoch! 
ANNE CLARK kühlte die Menge dann wieder etwas runter. Zwar sorgte sie auch für gute Klangteppiche, aber durch ihren sonoren Gesang wurde nicht viel Bewegung von den Festivalbesuchern erwartet.
Da waren die FIELDS OF THE NEPHILIM schon ein anderes Kaliber. Dicker Nebel wurde auf die Bühne gepustet und erst als kein einziger Monitor mehr zu sehen war, betrat Sänger Carl die Bühne. Naja man wird nicht jünger ;). Nein, viel Nebel und dicke Mäntel waren ja schon immer das Markenzeichen der Gothrocker. Nun kamen die alten Gothics aus ihrer Stasis heraus und "schwebten" vor die Bühne. Die Gitarren kratzten und Carl zeigte, dass FOTN noch voll dabei sind und nicht aus der Szene wegzudenken.
Dito Headliner und Abschluss Act ASP. Der gebürtige Hesse hat sich konstant nach oben gearbeitet und jedes Album birgt neue Hymnen und reißt mit.
Hier auf dem Blackfield schloss der Auftritt ein super gelungenes Festival ab. Songs wie "Rücken an Rücken" und "Ich bin ein wahrer Satan" sorgen für Gänsehaut pur und die Mischung aus vielen alten und einigen neuen Songs war perfekt zusammengestellt. ein Profi halt unser ASP :)
So ging das Blackfield Festival 2014 zuende. Ich bin gespannt, was 2015 alles auf dem Programm steht. Die Szene lebt und gedeiht gerade prächtig und es macht Spaß neues auf der großen Bühne zu sehen.
Viele Bilder von den einzelnen Acts findet ihr in "Die Galerie"








